Politisches Signal gegen die Untätigkeit der Bundesregierung
Am 20. November 2025 hat Die Linke im Bundestag zum Kita-Gipfel ins Paul-Löbe-Haus eingeladen, um der Untätigkeit der Bundesregierung in der anhaltenden Kita-Krise etwas entgegenzusetzen. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit Expertinnen und Praktikerinnen aus ganz Deutschland politische Antworten auf ein System zu erarbeiten, das seit Jahren am Limit operiert und dringend strukturelle Reformen braucht.
Ein überfälliger Austausch auf Augenhöhe
Der Kita-Gipfel im Deutschen Bundestag war ein wichtiges und längst überfälliges Signal: Wenn die Bundesregierung die Dauerkrise im frühkindlichen Bildungsbereich weiter ignoriert, müssen wir als Linke Verantwortung übernehmen und die relevanten Akteure selbst an einen Tisch bringen. Genau das ist uns am 20. November gelungen – gemeinsam mit Vertreter*innen aus Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft, Gewerkschaften, Fachverbänden, Elterninitiativen und nicht zuletzt den Beschäftigten, die täglich am Limit arbeiten.
Die zentralen Botschaften des Tages waren eindeutig:
Die Kosten im Kita-System steigen Jahr für Jahr, während der Bundeszuschuss seit Langem stagniert. Gleichzeitig verschärfen Fachkräftemangel, steigende Anforderungen, sinkende Kinderzahlen und der kommende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung die Situation massiv. Das System ist am Rand des Kollapses – und zwar bundesweit.
In Workshops und Diskussionen wurde klar: Wir brauchen eine verlässliche, bundesweit einheitliche Qualitätsentwicklung, bessere Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen, ausreichend Ausbildungsplätze, eine nachhaltige Finanzierung durch den Bund und Kitas, die sowohl Bildungs- als auch Lebensorte sind. Gute frühkindliche Bildung ist kein „Nice to have“, sondern Grundlage für Chancengerechtigkeit, Teilhabe und gelingende Inklusion.
Als Fachsprecher für Kita- und Inklusionspolitik in Hamburg durfte ich selbst einen der Workshops moderieren – ein intensiver Austausch, der deutlich gemacht hat, wie viel Expertise und Engagement in diesem Feld steckt und wie dringend politische Konsequenzen daraus folgen müssen. Besonders wichtig ist mir, dass wir Kinderinteressen konsequent in den Mittelpunkt stellen und soziale Selektion frühzeitig verhindern. Gerade für ein inklusives Bildungssystem brauchen wir stabile Strukturen, klare Qualitätsstandards und politische Verantwortung – nicht Wegducken.
Die Zwischenergebnisse des Tages sind im Livestream der Veranstaltung nachzuverfolgen, der diesem Beitrag beigefügt ist und Einblicke in die zentralen Debatten und die abschließende Podiumsdiskussion ermöglicht.
Der Kita-Gipfel hat gezeigt: Es gibt Lösungen, Expertise und Engagement. Was fehlt, ist der politische Wille der Bundesregierung, die Krise endlich anzupacken. Wir bleiben dran – für gute Kitas, für starke Fachkräfte und für jedes Kind.